Osnabrücker Psychologen schreiben über seelische Abgründe!

Leser, die es lieben, tief in die Absurditäten der menschlichen Psyche einzutauchen...


Schon in ihrem ersten Buch verstehen es Heinz-Gerhard Witte & Holger Schmidt Kriminologie, therapeutische Gespräche und seelische Abgründe auf spannende Art und Weise zu kombinieren.
Der Erfolg des Erstlingswerkes "Braun & Hammer - Narzissmus.Brutal"  bestätigt die Autorenleidenschaft der Osnabrücker Psychologen - ihr zweites Buch "Braun und Hammer … im Wahn" erscheint in Kürze.
KURZ-REZENSIONEN
  • Eine reale Entführung in die Abgründe der Psychologie
  • Tiefsinnig und nachhaltig beeindruckend
  • Ein ganz neues Genre
  • Umwerfend vielseitige Handlung, die bis zur letzten Seite fesselt

Holger Schmidt & Heinz-Gerhard Witte - Psychotherapeuten mit grandioser Autorenleidenschaft
Holger Schmidt & Heinz-Gerhard Witte - Psychotherapeuten mit grandioser Autorenleidenschaft


Der Fuchs, der Hase und eine Hyäne namens Wolf

 

Warum nur dieses erste Buch??? Mit diesem Titel?? „Narzissmus brutal“? Martialischer ging es wohl nicht?! Braun und Hammer? Wer denkt sich solche Namen aus?! Da hatte wohl jemand seinen Testosteronspiegel nicht im Griff?! Oder wieder mal eigenmächtig an der Medikamentendosis rumgeschraubt, die Herren Autoren?

Und die wollen Psychotherapeuten sein? Wie enttäuschend! Psychologen denken doch ach so differenziert, sind sensibel und einfühlsam, irgendwie so ganz anders! Sagen doch die Leute wenigstens, wenn der NDR sie in der Fußgängerzone unvermittelt mit dem blauen Mikro überfällt, und fragt, was sie spontan über Psychotherapeuten denken. Ja, so sagen die Leute, wenn auch immer mit dem Zusatz verbunden: „Selbst wenn alle wissen, dass die selber einen gehörigen Knall haben!“

Die Leute erwarten also bestimmt nicht, dass wir perfekt oder ideal sind, aber mindestens doch, dass wir  sensibler, einfühlsamer und im positiven Sinne anders sein sollen, als Maschinenbauer, BWLer, Copiloten oder die Frau von der Frittenschmiede!

Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt, wenn wir uns in deren Hände bzw. Praxen begeben sollen, denken die Leute wohl zurecht?!

Nein! Ist es auch nicht! Ganz und gar nicht!

Also auch wir hoffen inständig, am Ende doch den Spagat geschafft zu haben zwischen reißerischem Titel zum einen und anspruchsvoll vielschichtigem Inhalt zum anderen. Irgendwie mussten wir uns doch zunächst bemerkbar machen in dieser reizüberfluteteten Welt, in der die Aufmerksamkeitsspanne vieler Menschen die einer Fruchtfliege nur noch selten übersteigt. Da kam uns das „brutal“ in „Narzissmus brutal“ als Begriff gerade recht, immer in der Hoffnung, damit nicht mangelndes Niveau zu suggerieren. Niveau und Komplexität wiederum hofften wir, durch „Narzissmus“ in „Narzissmus brutal“ nahezulegen. Man stelle sich vor, wir hätten unser Buch lediglich mit „Brutal“ oder „Narzissmus“ betitelt: nicht auszudenken, wie weit am Thema vorbei das gewesen wäre!

Zugegebenermaßen gibt es dennoch viele zunächst scheinbar oberflächlich wirkende Gut-Böse-Aspekte in unserem Buch, mindestens so viele, wie schrille Fanfaren in den Ritterfilmen der 50er Jahre oder in alten Ben Hur-Verfilmungen vorkommen. Wir wollten schließlich auch unterhalten und Unterhaltung sollte nicht zu komplex und damit anstrengend, sondern eindeutig, schillernd und bunt sein. Unterhaltung soll kindliches Staunen und/oder Gruseln im limbischen System und nicht zu viel Aktivität im präfrontalen Cortex auslösen.

Der berühmte Anspruch hingegen, die berüchtigte Tiefe ergaben sich tatsächlich oft genug erst beim Schreiben selber. Zu unserer eigenen Überraschung waren unsere über 40 Jahre alten Gehirne erst im eigentlichen Schreibprozess endlich bereit, ihre alltäglichen Gedankenautobahnen zu verlassen, um  mutig neue, teils sehr düstere und unübersichtliche Dschungelpfade spontaner Kreativität zu erkunden.

Und siehe da! In diesem Dschungel unserer subkortikalen Gangliengeflechte gab es tatsächlich noch neue Arten zu entdecken, als da wären auf der Seite des Guten der besonders schlaue Amazonas-Fuchs namens Tilman Braun und der seidig glänzende, nachtaktive Lianen-Hase Peer Hammer, vereint im unermüdlichen Kampf gegen das Böse.
In dessen narzisstisch-brutalem Mittelpunkt auf der Täterseite wiederum, was wäre ein Krimi ohne Täter, steht allerdings das perfekt getarnte, äußerst verschlagene Mahagoni-Hyänen-Männchen Theodor Konrad Wolf.

Die Hyänen artige Anlage des krankhaften Narzissten Theodor Konrad gab uns erst die Möglichkeit, nicht nur ausreichend gruselnde Bösartigkeit in der Handlung unterzubringen, sondern auch spannenden, allzeit drohenden Kontrollverlust, psychiatrische Pathologie und vor allem auch lebensgeschichtliche Tragik.

Ohne hoffentlich mitleidsheischend geworden zu sein, ergaben sich jedoch im Werden des Buches immer wieder Gelegenheiten, den traumatischen Entwicklungshintergrund unserer Täterfigur in Form sogenannter Flashbacks zu erhellen. Daraus könnte bei der geneigten Leserin und dem wohlwollenden Leser doch so etwas wie Mitgefühl für die doch eigentlich bösartige Hyäne Theodor Konrad entstehen.

Dabei war es im Vorfeld des Schreibens niemals unser bewusster Plan gewesen, eine solch Ambivalenz induzierende Figur zu erschaffen, aber wir würden uns geehrt fühlen, wenn die Leserschaft mehrheitlich zu dem Schluss käme:

„Ach herrje, bei etwas besserer Behandlung hätte aus dem süßen Welpen doch ein ganz lieber Labrador werden können anstatt letztendlich eine blutgierige, extrem umtriebige Hyäne auf der ewigen Suche nach dem nächsten Opfer!“

Und von Hyänen wissen wir zwar, dass sie überwiegend Aas fressen und somit nützliche biologische Aufräumarbeit leisten, aber wir wissen auch, dass sie sich gerne mal etwas Lebendes gönnen, wenn die Kräfteverhältnisse es erlauben. Und warum sollte nicht eines Tages, das ist ein subtiles, fiktives Element unseres Buches, eine überdurchschnittlich intelligent veranlagte Hyäne in die spiegelglatte Oberfläche der Blutlache ihrer letzten Mahlzeit schauen und sie dabei eine erste wirkliche Selbsterkenntnis in der Geschichte ihrer Art ereilen: „Hey! Wen haben wir denn da? Sehe ich da etwa ein Individuum? Und nicht nur das: ein ganz besonderes Mitglied seiner Art?“, könnte es plötzlich über unser junges Hyänen-Männchen kommen (Narzissmus kann es auch bei Weibchen geben, so wie es Intelligenz auch bei Männchen geben kann, aber er ist seltener mit Blut und Gewalt assoziiert).
Meistens bleibt es im Tierreich bei diesen kurzen fragenden Gedankenblitzen: Tiere sind durchaus in der Lage, sich Fragen zu stellen, in der Regel kommen sie nur nicht zu den Antworten. Unser Hyänen-Männchen ist da anders, denn es nimmt wegen früher Verhaltensauffälligkeiten schon länger eine Randstellung in seinem Rudel ein und hat für eine Hyäne verhältnismäßig viel Zeit für eremitisches Grübeln.

Und in etwa so könnte der narzisstische Urknall bei unserer Hyäne Theodor Konrad, bei Hyänen ein durchaus verbreiteter Jungs-Vorname, weitergehen: „Du bist, Ablehnung deines Rudels sei Dank, viel stärker und intelligenter geworden als deine Artgenossen. Du brauchst diese Weicheier gar nicht. Denn sie verstehen dich nicht, weil sie dich nicht verstehen können. UND, noch viel besser, sie sind einfach nur von Neid zerfressen, weil du der beste Jäger im Rudel bist. Oh ja, du bist nicht nur gut, du bist der beste, der einzige, der sich mal an einen erwachsenen Tapir herangetraut hat. Und obwohl alle gekläfft hatten aus sicherer Distanz, ich dürfte das nicht, Hyänen machten und könnten sowas nicht, habe ich am Ende den Tapir alleine niedergezwungen. War das ein Fest, ein göttlicher Blutrausch! Und der krönende Beweis für meine Einzigartigkeit, an dem keiner der anderen Waschlappen mehr vorbeischauen konnte! Ich habe sie dazu gezwungen, mich zu respektieren. Und sie werden nicht die letzten gewesen sein, die ich zu etwas gezwungen habe!“

Nach diesem evolutionären Urknall sollte es noch eine ganze Zeit dauern, bis die Entwicklung weiter an Fahrt aufnahm, und die Hyäne nicht nur narzisstisch wurde, sondern auch bösartig, und noch länger, bis zufällig auch der Fuchs und der Hase in die Geschichte verwickelt wurden und das Drama komplettierten.

 

Zu deren Rolle dann ein anderes Mal mehr!!!

 

Heinz-Gerhard & Holger